6 Übungen gegen Schulterbeschwerden beim Seitenschlaf
Erfahren Sie, wie Sie mit gezielten Übungen Ihre Schultermuskulatur unterstützen können, um Beschwerden beim Schlafen in Seitenlage zu mindern.
Hinweis: Die gezeigten Übungen sind informierende, unterstützende Übungen und ersetzen keine ärztliche oder physiotherapeutische Beratung. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Fachperson.
Schulterbeschwerden beim Schlafen in Seitenlage verstehen
Schlafen ist essenziell für unsere Gesundheit und Erholung. Wenn jedoch die Nachtruhe durch Schulterschmerzen gestört wird, insbesondere beim Liegen auf der Seite, kann das die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Viele Menschen kennen das Gefühl einer drückenden, ziehenden oder stechenden Empfindung in der Schulter, wenn sie versuchen, in ihrer bevorzugten Schlafposition einzuschlafen oder aufzuwachen. Diese Beschwerden sind oft ein Hinweis darauf, dass die Schulterstruktur unter Belastung steht.
Die Schulter ist ein komplexes Gelenk, das für eine große Bewegungsfreiheit konzipiert ist. Sie besteht aus Knochen, Knorpeln, Bändern, Sehnen und Muskeln, die alle harmonisch zusammenarbeiten müssen. Wenn Sie auf der Seite schlafen, lastet ein Teil des Körpergewichts direkt auf der Schulter und dem Arm. Dies kann zu einer Kompression der Weichteile führen, die Durchblutung beeinträchtigen oder bereits bestehende leichte Irritationen verstärken. Auch die Positionierung des Kopfes und des Nackens spielt eine Rolle, da Verspannungen in diesem Bereich bis in die Schulter ausstrahlen können.
Es ist wichtig, die möglichen Ursachen für Ihre Schulterbeschwerden zu betrachten. Oftmals sind es Alltagsbelastungen, ungünstige Haltungsgewohnheiten oder eine unzureichend trainierte Muskulatur, die zu einer Überlastung führen. Das Schlafen auf der Seite kann dann als Auslöser oder Verstärker der Symptome wirken. Gezielte, unterstützende Übungen können dazu beitragen, die Beweglichkeit und Stabilität der Schulter zu fördern und somit möglicherweise die Beschwerden beim Seitenschlaf zu lindern.
Wann ist ärztlicher Rat wichtig?
Obwohl unterstützende Übungen hilfreich sein können, ist es entscheidend, auf bestimmte Warnsignale zu achten und bei Bedarf ärztlichen Rat einzuholen. Wir empfehlen Ihnen dringend, eine medizinische Fachkraft aufzusuchen, wenn Sie eines der folgenden Symptome bei sich feststellen:
- Anhaltende, starke oder neu auftretende Schmerzen: Dies gilt besonders, wenn die Schmerzen plötzlich und ohne erkennbaren Anlass auftreten oder sich trotz Ruhigstellung und Schonung nicht bessern.
- Taubheitsgefühle oder Kribbeln: Empfindungsstörungen in der Schulter, im Arm oder in den Fingern können auf Nervenirritationen hinweisen, die professionell abgeklärt werden sollten.
- Kraftverlust oder Lähmungserscheinungen: Schwierigkeiten, den Arm oder die Schulter zu bewegen, Objekte zu halten oder allgemeiner Kraftverlust bedürfen einer sofortigen medizinischen Untersuchung.
- Eingeschränkte Beweglichkeit: Wenn Sie Ihren Arm nicht mehr vollständig heben, drehen oder nach hinten bewegen können, sollte dies abgeklärt werden.
- Fieber oder unerklärlicher Gewichtsverlust: Diese unspezifischen Symptome in Verbindung mit Schulterschmerzen können auf ernstere zugrundeliegende Erkrankungen hindeuten.
- Schwellungen oder Rötungen: Sichtbare Veränderungen an der Schulter können auf eine Entzündung oder Verletzung hindeuten.
Bitte beachten Sie, dass die hier vorgestellten Übungen keine Diagnose ersetzen und auch keine Heilversprechen machen. Sie dienen lediglich als allgemeine Empfehlung zur Unterstützung Ihrer Beweglichkeit und Muskulatur.
Unterstützende Übungen für mehr Schultermobilität und Stabilität
Die folgenden Übungen können dazu beitragen, die Muskulatur rund um Ihre Schulter zu kräftigen und zu mobilisieren. Führen Sie jede Übung langsam und kontrolliert aus. Achten Sie auf Ihren Körper und vermeiden Sie Bewegungen, die Schmerzen verursachen oder verstärken. Es ist ratsam, die Übungen regelmäßig, etwa drei- bis viermal pro Woche, durchzuführen.
1. Schulterkreisen
Diese Übung mobilisiert sanft das Schultergelenk und fördert die Durchblutung. Sie kann auch als Aufwärmübung dienen.
- Ausführung: Stellen Sie sich aufrecht hin oder setzen Sie sich bequem hin. Lassen Sie die Arme locker an den Seiten hängen. Kreisen Sie nun Ihre Schultern langsam und bewusst erst zehnmal nach vorne und anschließend zehnmal nach hinten. Die Bewegung sollte aus den Schultern kommen, nicht aus dem gesamten Oberkörper.
- Wiederholungen: 2–3 Sätze von je 10 Kreisen in jede Richtung.
2. Pendelübung nach Codman
Eine sanfte Mobilisationsübung, die den Raum im Schultergelenk erweitern und Druck reduzieren kann.
- Ausführung: Beugen Sie Ihren Oberkörper leicht nach vorne, sodass er parallel zum Boden ist. Stützen Sie sich mit einer Hand auf einem Tisch oder Stuhl ab. Lassen Sie den schmerzenden Arm locker herabhängen. Beginnen Sie nun, den hängenden Arm passiv in kleinen Kreisen zu bewegen, zuerst im Uhrzeigersinn, dann gegen den Uhrzeigersinn. Die Bewegung soll aus der Schwerkraft des Arms entstehen, nicht aus aktiver Muskelkraft.
- Wiederholungen: 2–3 Sätze von je 10–15 Kreisen in jede Richtung.
3. Türrahmen-Dehnung (Brustmuskulatur)
Eine Dehnung der Brustmuskulatur kann helfen, die Schultern zu öffnen und einer Rundschulterhaltung entgegenzuwirken, die die Schultergelenke zusätzlich belasten kann.
- Ausführung: Stellen Sie sich in einen Türrahmen. Legen Sie beide Unterarme beidseits des Rahmens an, sodass Ihre Oberarme etwa im 90-Grad-Winkel zu Ihrem Körper stehen. Lehnen Sie sich langsam nach vorne, bis Sie eine Dehnung in Ihrer Brust und im vorderen Schulterbereich spüren. Halten Sie die Position.
- Wiederholungen: 2–3 Mal für jeweils 20–30 Sekunden halten.
4. Schulterblatt-Retraktion (Scapula Squeezes)
Diese Übung stärkt die Muskulatur zwischen den Schulterblättern und fördert eine aufrechtere Haltung.
- Ausführung: Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Ziehen Sie die Schulterblätter nach hinten und unten zusammen, als wollten Sie einen Bleistift zwischen ihnen einklemmen. Achten Sie darauf, die Schultern nicht nach oben zu ziehen. Halten Sie die Spannung kurz und lösen Sie dann langsam. Die Bewegung sollte kontrolliert und ohne Ruck erfolgen.
- Wiederholungen: 3 Sätze von 10–15 Wiederholungen.
5. Außendrehung mit Widerstandsband
Diese Übung kräftigt die Außenrotatoren der Schulter, die für die Stabilität des Gelenks wichtig sind.
- Ausführung: Befestigen Sie ein leichtes Widerstandsband auf Hüfthöhe an einem festen Gegenstand. Stellen Sie sich seitlich dazu. Nehmen Sie das Bandende in die Hand des betroffenen Arms. Halten Sie den Ellbogen nah am Körper und beugen Sie ihn im 90-Grad-Winkel. Ziehen Sie das Band nach außen, indem Sie den Unterarm vom Körper wegdrehen, während der Ellbogen am Körper bleibt. Führen Sie die Bewegung langsam und kontrolliert aus und kehren Sie ebenso langsam in die Ausgangsposition zurück.
- Wiederholungen: 3 Sätze von 12–15 Wiederholungen.
6. Innenrotation mit Widerstandsband
Ergänzend zur Außendrehung stärkt diese Übung die Innenrotatoren der Schulter, um ein muskuläres Gleichgewicht zu schaffen.
- Ausführung: Die Ausgangsposition ist ähnlich wie bei der Außendrehung, nur dass Sie sich mit der anderen Seite zum Widerstandsband stellen. Halten Sie den Ellbogen wieder nah am Körper und beugen Sie ihn im 90-Grad-Winkel. Ziehen Sie das Band nach innen über den Körper, indem Sie den Unterarm zum Bauch drehen. Auch hier ist eine langsame und kontrollierte Ausführung wichtig.
- Wiederholungen: 3 Sätze von 12–15 Wiederholungen.
Weitere Hinweise für Seitenschläfer
Neben den Übungen können auch Anpassungen Ihrer Schlafumgebung und -gewohnheiten unterstützend wirken:
- Die richtige Matratze: Eine Matratze, die weder zu hart noch zu weich ist, kann die natürliche Krümmung Ihrer Wirbelsäule unterstützen und Druckpunkte reduzieren.
- Das passende Kissen: Ein Kissen, das die Lücke zwischen Kopf, Nacken und Matratze ausfüllt, kann helfen, die Wirbelsäule und Schultern in einer neutralen Position zu halten. Es sollte den Nacken ausreichend stützen, ohne den Kopf zu überstrecken.
- Positionierung der Gliedmaßen: Versuchen Sie, ein Kissen zwischen die Knie zu legen. Dies kann die Ausrichtung der Hüfte und Wirbelsäule verbessern, was sich indirekt auch auf die Schulter auswirken kann.
- Wechsel der Seite: Wenn möglich, wechseln Sie nachts die Schlafseite oder versuchen Sie gelegentlich, auf dem Rücken zu schlafen, um die betroffene Schulter zu entlasten.
Denken Sie daran, dass die Umsetzung dieser Tipps und Übungen Zeit und Geduld erfordert. Hören Sie immer auf die Signale Ihres Körpers. Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden ist es unerlässlich, professionellen medizinischen Rat einzuholen.
Anzeige · Affiliate-Links
Wenn du über diese Links kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.
Hilfsmittel, die dabei unterstützen können

BLACKROLL Stretch Band
Ein 100 cm langes, elastisches Band mit eingearbeiteten Schlaufen, hergestellt in Deutschland. Die Schlaufen geben Händen und Füßen festen Halt, dadurch lässt sich der Zug genau dosieren. Verwendet wird es für Dehnübungen und für das Mobilitätstraining, etwa an Schulter und Brustmuskulatur. Anders als ein geschlossenes Widerstandsband ist es auf Länge und Dehnung ausgelegt, nicht auf Kraftaufbau mit steigendem Widerstand.
Bei Amazon ansehen
BLACKROLL DUOBALL Set (08 und 12)
Zwei verbundene Bälle mit einer Lücke in der Mitte. Dadurch lässt sich der Bereich zwischen Schulterblatt und Wirbelsäule bearbeiten, ohne Druck auf die Dornfortsätze zu geben. Im Stehen zwischen Rücken und Wand einsetzen und den Druck über die eigene Körperhaltung steuern. Das Set enthält beide Größen: die kleinere für Nacken und Schulterblatt, die größere für den Rücken.
Bei Amazon ansehenHäufige Fragen
Was sind häufige Ursachen für Schulterbeschwerden beim Schlafen auf der Seite?
Häufige Ursachen sind Überlastung der Schultermuskulatur, ungünstige Schlafpositionen, eine nicht optimale Matratze oder ein ungeeignetes Kissen, die Druck auf das Schultergelenk ausüben können. Auch Muskelverspannungen oder leichte Irritationen im Schulterbereich können durch die Seitenlage verstärkt werden.
Welche Rolle spielt die Schlafposition bei Schulterschmerzen?
Beim Schlafen auf der Seite lastet ein Teil des Körpergewichts direkt auf der Schulter, was zu Kompression von Weichteilen und potenzieller Beeinträchtigung der Durchblutung führen kann. Dies kann bestehende Beschwerden verstärken oder neu auslösen, besonders wenn die Muskulatur nicht ausreichend stabilisiert ist.
Wann sollte ich wegen Schulterschmerzen einen Arzt aufsuchen?
Sie sollten ärztlichen Rat einholen, wenn die Schmerzen stark, anhaltend oder neu auftreten, Taubheitsgefühle oder Kribbeln auftreten, Sie Kraftverlust oder Lähmungserscheinungen bemerken, die Beweglichkeit stark eingeschränkt ist, oder wenn weitere Symptome wie Fieber oder unerklärlicher Gewichtsverlust hinzukommen. Diese Anzeichen sollten stets medizinisch abgeklärt werden.
Weitere Ratgeber
- 5 Übungen bei Schulterschmerzen beim Tragen einer TascheEinseitiges Tragen von Taschen beansprucht Schulter und Nacken. Hier finden Sie Hintergründe, Warnsignale und fünf Übungen für die Beweglichkeit.
- 5 Übungen bei Schulterverspannung am SchreibtischLanges Arbeiten mit der Computermaus kann die Schulter belasten. Wissenswertes zu Ursachen, Ergonomie, Warnsignalen und 5 Übungen für die Beweglichkeit.
- 5 Übungen bei Schulterschmerzen beim SchwimmenSchulterbeschwerden beim Schwimmen hängen oft mit Bewegungsabläufen zusammen. Erfahren Sie Ursachen, Warnzeichen und fünf gezielte Übungen.
Passende Übungen bei Schulter

Schulterkreisen

Pendeln im Stand

Außenrotation am Körper

Brustöffner in Bauchlage mit zwei Kissen

Brustdehnung im Türrahmen
