Schulter24. August 2026

Schulterschmerzen beim Armheben: Ursachen und erste Hilfe

Schulterschmerzen beim Anheben des Arms sind ein häufiges Problem. Erfahren Sie mehr über mögliche Ursachen, wann ein Arztbesuch ratsam ist und wie Sie Beschwerden lindern können.

Hinweis: Die gezeigten Übungen sind informierende, unterstützende Übungen und ersetzen keine ärztliche oder physiotherapeutische Beratung. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Fachperson.

Schulterschmerzen, die beim Anheben des Arms auftreten, sind ein weit verbreitetes Beschwerdebild, das viele Menschen in ihrem Alltag einschränken kann. Die Schulter ist ein komplexes Gelenk, das auf eine hohe Beweglichkeit ausgelegt ist. Diese Komplexität macht sie jedoch auch anfällig für verschiedene Beschwerden. Wenn das Heben des Arms schmerzhaft wird, kann dies auf unterschiedliche Ursachen hinweisen, die von einfachen Überlastungen bis hin zu strukturellen Problemen reichen.

Es ist wichtig, diese Schmerzen nicht zu ignorieren, da sie sich ohne entsprechende Beachtung verschlimmern oder chronisch werden können. In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen einen Überblick über mögliche Ursachen geben, erläutern, wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten, und Ihnen sanfte Ansätze zur Linderung und Prävention aufzeigen. Bitte denken Sie immer daran: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Diagnose oder Behandlung.

Warum schmerzt die Schulter beim Armheben?

Die Schulter wird von einer Vielzahl von Muskeln, Sehnen, Bändern und Schleimbeuteln stabilisiert und bewegt. Wenn Sie Ihren Arm anheben, ist eine präzise Koordination dieser Strukturen erforderlich. Schmerzen können entstehen, wenn eine oder mehrere dieser Komponenten beeinträchtigt sind.

Häufige Ursachen für Schulterschmerzen beim Armheben

  • Impingement-Syndrom (Engpass-Syndrom): Dies ist eine der häufigsten Ursachen. Dabei werden Sehnen (oft die der Rotatorenmanschette) und/oder der Schleimbeutel zwischen dem Oberarmkopf und dem Schulterdach (Akromion) eingeklemmt, besonders beim Anheben des Arms über Schulterhöhe. Dies kann durch wiederholte Überkopfbewegungen oder eine ungünstige Haltung ausgelöst werden.
  • Tendinopathien (Sehnenreizungen/-entzündungen): Insbesondere die Sehnen der Rotatorenmanschette (einer Gruppe von vier Muskeln, die das Schultergelenk stabilisieren) können überlastet und gereizt sein. Dies führt oft zu Schmerzen beim Bewegen des Arms und manchmal auch in Ruhe.
  • Bursitis (Schleimbeutelentzündung): Der Schleimbeutel ist ein flüssigkeitsgefülltes Kissen, das Reibung zwischen Knochen und Weichteilen reduziert. Bei Überlastung oder Trauma kann er sich entzünden, was starke Schmerzen, besonders bei Bewegung, verursachen kann.
  • Rotatorenmanschetten-Riss (Teilruptur oder komplette Ruptur): Hierbei handelt es sich um eine Schädigung einer oder mehrerer Sehnen der Rotatorenmanschette. Dies kann akut nach einem Unfall oder chronisch durch Verschleiß entstehen und zu Schmerzen und Kraftverlust führen.
  • Arthrose des Schultergelenks (Omarthrose): Der Verschleiß des Gelenkknorpels im Schultergelenk kann ebenfalls Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen, die sich beim Heben des Arms bemerkbar machen.
  • Kalkschulter (Tendinosis calcarea): Hierbei lagern sich Kalkdepots in den Sehnen der Rotatorenmanschette ab, was oft zu plötzlichen, sehr starken Schmerzen führen kann, insbesondere bei Bewegung.
  • Schulterinstabilität: Eine zu lockere Schulter kann ebenfalls zu Schmerzen führen, da die Muskeln übermäßig arbeiten müssen, um das Gelenk zu stabilisieren.
  • Überlastung und Fehlhaltung: Einfache Überbeanspruchung durch ungewohnte Tätigkeiten oder eine schlechte Körperhaltung können die Schulter belasten und Schmerzen beim Armheben hervorrufen.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Da Schulterschmerzen vielfältige Ursachen haben können und manchmal ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken, ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich, insbesondere wenn bestimmte Warnzeichen auftreten. Bitte suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn Sie eines oder mehrere der folgenden Symptome bemerken:

  • Starke oder plötzlich auftretende Schmerzen, insbesondere nach einem Unfall oder Sturz.
  • Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen im Arm oder in der Hand.
  • Deutlicher Kraftverlust beim Heben oder Halten von Gegenständen.
  • Schmerzen, die auch in Ruhe anhalten oder nachts auftreten und den Schlaf stören.
  • Schwellung, Rötung oder Überwärmung im Schulterbereich.
  • Fieber oder unerklärlicher Gewichtsverlust in Verbindung mit den Schulterschmerzen.
  • Einschränkung der Beweglichkeit, die sich zunehmend verschlechtert.
  • Knirschen oder Klicken im Gelenk, begleitet von Schmerzen.

Ihr Arzt kann eine genaue Diagnose stellen und eine geeignete Behandlungsstrategie empfehlen. Dies kann von konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie und Medikamenten bis hin zu operativen Eingriffen reichen.

Erste Schritte zur Linderung zu Hause

Wenn die Schmerzen nicht stark sind und keine der oben genannten Warnzeichen vorliegen, können Sie möglicherweise selbst erste Maßnahmen zur Linderung ergreifen. Denken Sie daran, dass dies nur eine vorübergehende Maßnahme ist und einen Arztbesuch nicht ersetzt, falls die Beschwerden anhalten oder sich verschlimmern.

Akute Maßnahmen

  • Schonung: Vermeiden Sie Bewegungen, die den Schmerz auslösen oder verstärken. Das bedeutet jedoch nicht, den Arm komplett ruhigzustellen, da dies zu einer Versteifung führen kann. Finden Sie einen Weg, die schmerzhafte Bewegung zu umgehen oder zu modifizieren.
  • Kühlung: Bei akuten Schmerzen oder nach einer Überlastung können Kühlpackungen helfen, Schwellungen und Entzündungen zu reduzieren. Legen Sie diese für etwa 10–15 Minuten auf die betroffene Stelle, mehrmals täglich. Schützen Sie dabei Ihre Haut mit einem Tuch.
  • Wärme: Bei chronischen oder verspannten Muskeln kann Wärme wohltuend sein. Eine Wärmflasche oder ein warmes Bad können helfen, die Muskulatur zu entspannen.

Sanfte Übungsansätze zur Unterstützung

Sobald der akute Schmerz nachgelassen hat und Ihr Arzt grünes Licht gegeben hat, können sanfte Übungen dazu beitragen, die Beweglichkeit zu verbessern, die Muskulatur zu stärken und die Schulter zu stabilisieren. Führen Sie die Übungen langsam und kontrolliert aus. Beenden Sie die Übung sofort, wenn Schmerzen auftreten oder sich verstärken. Es ist ratsam, diese Übungen unter Anleitung eines Physiotherapeuten zu beginnen.

1. Schulterkreisen

Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Lassen Sie die Arme locker an den Seiten hängen. Kreisen Sie die Schultern langsam und bewusst zuerst nach vorne, dann nach hinten. Achten Sie auf eine sanfte, fließende Bewegung. Wiederholen Sie dies 8–10 Mal in jede Richtung. Diese Übung kann helfen, die Durchblutung zu fördern und leichte Verspannungen zu lösen.

2. Pendelübung (Codman-Übung)

Beugen Sie sich leicht nach vorne, sodass Ihr Oberkörper parallel zum Boden ist. Lassen Sie den betroffenen Arm locker herabhängen. Schwingen Sie den Arm sanft wie ein Pendel in kleinen Kreisen, dann vor und zurück und schließlich von Seite zu Seite. Nutzen Sie die Schwerkraft. Die Bewegung sollte aus dem Körperstamm kommen, nicht aus der Schulter. Wiederholen Sie jede Bewegung 10–15 Mal. Diese Übung kann die Gelenkflüssigkeit anregen und die Schulter mobilisieren, ohne die Rotatorenmanschette stark zu belasten.

3. Schulterblattretraktion

Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Ziehen Sie die Schulterblätter sanft zueinander und leicht nach unten, als wollten Sie einen Bleistift zwischen ihnen einklemmen. Halten Sie die Spannung für 3–5 Sekunden und lösen Sie dann langsam. Achten Sie darauf, die Schultern nicht nach oben zu ziehen. Wiederholen Sie dies 8–12 Mal. Diese Übung kann helfen, die Haltung zu verbessern und die stabilisierenden Muskeln des Schulterblatts zu aktivieren.

4. Isometrische Außenrotation

Stellen Sie sich seitlich an eine Wand und beugen Sie den betroffenen Arm im Ellbogen auf 90 Grad. Drücken Sie die Außenseite Ihrer Faust oder des Unterarms sanft gegen die Wand, als wollten Sie den Arm nach außen drehen. Halten Sie die Spannung für 5–10 Sekunden, ohne dass sich der Arm bewegt. Lösen Sie dann langsam. Wiederholen Sie dies 5–8 Mal. Diese Übung kann die Außenrotatoren der Schulter stärken, ohne das Gelenk zu überlasten.

5. Isometrische Innenrotation

Stellen Sie sich mit dem betroffenen Arm seitlich an eine Wand. Beugen Sie den Ellbogen auf 90 Grad und drücken Sie die Innenseite Ihrer Faust oder des Unterarms sanft gegen die Wand, als wollten Sie den Arm nach innen drehen. Halten Sie die Spannung für 5–10 Sekunden und lösen Sie dann langsam. Wiederholen Sie dies 5–8 Mal. Auch diese Übung kann die Innenrotatoren kräftigen.

6. Armstrecken im Liegen

Legen Sie sich auf den Rücken, die Knie angewinkelt, die Füße aufgestellt. Nehmen Sie einen leichten Stab oder einen Besenstiel in beide Hände. Halten Sie ihn schulterbreit. Strecken Sie die Arme langsam und kontrolliert nach oben zur Decke, ohne die Schultern dabei hochzuziehen. Senken Sie die Arme wieder langsam ab. Wiederholen Sie dies 8–12 Mal. Diese Übung kann die aktive Beweglichkeit der Schulter verbessern.

7. Wand-Walks (Finger-Klettern an der Wand)

Stellen Sie sich mit der betroffenen Seite seitlich zur Wand, etwa eine Armlänge entfernt. Legen Sie die Fingerspitzen der betroffenen Hand an die Wand. Klettern Sie langsam und kontrolliert mit den Fingern die Wand nach oben, so weit es schmerzfrei möglich ist. Halten Sie die erreichte Position kurz und lassen Sie die Finger dann langsam wieder nach unten gleiten. Wiederholen Sie dies 5–8 Mal. Diese Übung kann die Beweglichkeit in der Elevation verbessern.

Diese Übungen sind als Anregung gedacht und sollten immer an Ihr individuelles Schmerzempfinden angepasst werden. Eine regelmäßige und korrekte Ausführung unter professioneller Anleitung kann die Genesung unterstützen und zukünftigen Beschwerden vorbeugen. Hören Sie auf Ihren Körper und vermeiden Sie alles, was den Schmerz verstärkt.

Prävention und langfristige Strategien

Um Schulterschmerzen vorzubeugen oder ein Wiederauftreten zu verhindern, sind langfristige Strategien hilfreich:

  • Ergonomie am Arbeitsplatz: Achten Sie auf eine gute Sitzhaltung und eine ergonomische Einrichtung Ihres Arbeitsplatzes, um die Schultern zu entlasten.
  • Regelmäßige Bewegung: Integrieren Sie regelmäßige Bewegung und sportliche Aktivitäten in Ihren Alltag, die die Schulter nicht überlasten, sondern sanft mobilisieren und kräftigen.
  • Ganzkörperkräftigung: Eine starke Rumpfmuskulatur und eine gute Körperhaltung können die Schulter zusätzlich stabilisieren und entlasten.
  • Pausen: Bei repetitiven Überkopfbewegungen oder langer Computerarbeit legen Sie regelmäßig Pausen ein, um die Schultern zu entlasten und zu dehnen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Schulterschmerzen beim Armheben ein komplexes Thema sind. Nehmen Sie Ihre Beschwerden ernst und suchen Sie bei anhaltenden, starken oder neu auftretenden Symptomen immer ärztlichen Rat, um eine genaue Diagnose und die bestmögliche Behandlung zu erhalten. Sanfte Übungen und präventive Maßnahmen können einen wertvollen Beitrag zu Ihrer Schultergesundheit leisten, sollten aber immer mit Vorsicht und gegebenenfalls unter professioneller Anleitung durchgeführt werden.

Häufige Fragen

Was bedeutet es, wenn die Schulter schmerzt, wenn ich den Arm hebe?

Schulterschmerzen beim Armheben können viele Ursachen haben, wie das Impingement-Syndrom, Sehnenreizungen (Tendinopathien), eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) oder auch eine Überlastung. Die Schulter ist ein sehr komplexes Gelenk, daher ist eine genaue Abklärung bei anhaltenden Beschwerden wichtig.

Wann sollte ich mit Schulterschmerzen einen Arzt aufsuchen?

Sie sollten unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn Sie starke oder plötzlich auftretende Schmerzen haben, Taubheitsgefühle, Kraftverlust, Schwellungen, Rötungen, Fieber oder wenn die Schmerzen auch in Ruhe oder nachts anhalten. Auch wenn die Beweglichkeit zunehmend eingeschränkt ist, ist ein Arztbesuch ratsam.

Gibt es Übungen, die bei Schulterschmerzen beim Armheben helfen können?

Ja, nach ärztlicher Abklärung und Freigabe können sanfte Übungen die Beweglichkeit fördern und die Muskulatur stärken. Beispiele sind Schulterkreisen, Pendelübungen oder isometrische Kräftigungsübungen. Beginnen Sie vorsichtig und beenden Sie die Übung sofort bei Schmerzen. Eine Anleitung durch einen Physiotherapeuten ist oft hilfreich.

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