Nacken22. August 2026

6 Übungen bei Nackenschmerzen am Bildschirmarbeitsplatz

Linderung bei Nackenschmerzen am Bildschirmarbeitsplatz finden. Informieren Sie sich über Ursachen, Prävention und sanfte Übungen zur Unterstützung.

Hinweis: Die gezeigten Übungen sind informierende, unterstützende Übungen und ersetzen keine ärztliche oder physiotherapeutische Beratung. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Fachperson.

Nackenschmerzen am Bildschirmarbeitsplatz: Ursachen und Prävention

Ein verspannter Nacken ist für viele Menschen, die regelmäßig am Bildschirm arbeiten, ein bekanntes Problem. Lange Stunden in oft unveränderter Haltung können zu Beschwerden führen, die von einem leichten Ziehen bis hin zu starken Schmerzen reichen können. Es ist wichtig zu verstehen, warum diese Schmerzen entstehen und welche Schritte Sie unternehmen können, um dem entgegenzuwirken oder vorzubeugen.

Warum leiden wir am Bildschirmarbeitsplatz unter Nackenschmerzen?

Die Hauptursachen für Nackenschmerzen am Bildschirmarbeitsplatz sind oft eng mit unserer Haltung und der Gestaltung unseres Arbeitsplatzes verknüpft:

  • Fehlhaltung: Eine nach vorne geneigte Kopfhaltung, oft als „Handy-Nacken“ bekannt, übt erheblichen Druck auf die Halswirbelsäule aus. Schon eine leichte Neigung kann das Gewicht des Kopfes, das die Nackenmuskulatur tragen muss, vervielfachen.
  • Mangelnde Bewegung: Stundenlanges Sitzen ohne Unterbrechung lässt die Muskeln versteifen und verkürzen. Die natürliche Beweglichkeit des Nackens geht verloren.
  • Ungünstige Bildschirmhöhe: Ist der Monitor zu hoch oder zu niedrig, muss der Kopf ständig in einer unnatürlichen Position gehalten werden, um optimal sehen zu können. Dies beansprucht die Nackenmuskulatur einseitig.
  • Falsche Stuhleinstellung: Ein Stuhl, der keine ausreichende Unterstützung für den Rücken bietet oder falsch eingestellt ist, kann zu einer gekrümmten Haltung führen, die sich bis in den Nacken fortsetzt.
  • Stress: Psychischer Stress führt oft zu einer unbewussten Anspannung der Schulter- und Nackenmuskulatur, was die Beschwerden zusätzlich verstärken kann.
  • Kühler Luftzug: Manche Menschen reagieren empfindlich auf kalte Luftzüge, beispielsweise durch Klimaanlagen oder offene Fenster, was zu Muskelverspannungen führen kann.

Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?

Obwohl Nackenschmerzen oft harmlos sind und gut auf Selbsthilfemaßnahmen ansprechen, gibt es Situationen, in denen ein Arztbesuch unerlässlich ist. Bitte suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe, wenn Sie folgende Symptome bemerken:

  • Starke Schmerzen, die plötzlich auftreten oder sich nicht bessern.
  • Ausstrahlende Schmerzen in Arme oder Hände, möglicherweise begleitet von Taubheitsgefühlen, Kribbeln oder Kraftverlust.
  • Fieber, unerklärlicher Gewichtsverlust oder allgemeines Krankheitsgefühl in Verbindung mit Nackenschmerzen.
  • Kopfschmerzen, Schwindel oder Sehstörungen in Kombination mit Nackenschmerzen.
  • Schmerzen nach einem Unfall oder Sturz.
  • Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang in Verbindung mit Nacken- oder Rückenbeschwerden.

Diese Warnzeichen können auf ernstere Ursachen hinweisen, die einer medizinischen Abklärung bedürfen. Eine frühzeitige Diagnose kann wichtig sein, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.

Optimierung des Arbeitsplatzes zur Prävention

Bevor Sie mit Übungen beginnen, ist es ratsam, Ihren Arbeitsplatz zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung kann maßgeblich dazu beitragen, Nackenschmerzen vorzubeugen und zu lindern.

Tipps für einen ergonomischen Arbeitsplatz:

  • Monitorhöhe: Stellen Sie den Monitor so ein, dass die Oberkante des Bildschirms etwa auf Augenhöhe ist. Der Abstand zum Bildschirm sollte ca. 50–70 cm betragen.
  • Sitzposition: Sitzen Sie aufrecht, die Füße flach auf dem Boden oder einer Fußstütze. Die Knie sollten einen Winkel von etwa 90 Grad bilden. Ihr Stuhl sollte eine gute Unterstützung für den unteren Rücken bieten und die Armlehnen sollten so eingestellt sein, dass die Schultern entspannt bleiben.
  • Tastatur und Maus: Halten Sie Ihre Handgelenke beim Tippen und Mausen gerade. Positionieren Sie Tastatur und Maus so nah wie möglich am Körper, um unnötiges Strecken zu vermeiden.
  • Regelmäßige Pausen: Stehen Sie mindestens einmal pro Stunde auf, gehen Sie ein paar Schritte oder machen Sie kurze Dehnübungen. Dies fördert die Durchblutung und entlastet die Muskulatur.

Sanfte Übungen zur Linderung von Nackenschmerzen

Die folgenden Übungen können dazu beitragen, die Muskulatur im Nacken- und Schulterbereich zu lockern und zu stärken. Führen Sie sie langsam und achtsam aus. Bei Schmerzen sollten Sie die Übung beenden.

1. Nackenstreckung zur Seite

  • Ausgangsposition: Sitzen Sie aufrecht mit entspannten Schultern.
  • Ausführung: Neigen Sie den Kopf langsam zur rechten Schulter, bis Sie eine sanfte Dehnung auf der linken Nackenseite spüren. Halten Sie die Dehnung für etwa 15–20 Sekunden und kehren Sie dann langsam zur Mitte zurück. Wiederholen Sie die Übung zur linken Seite.
  • Wiederholungen: 2–3 Mal pro Seite.

2. Schulterkreisen

  • Ausgangsposition: Sitzen oder stehen Sie aufrecht, die Arme locker neben dem Körper.
  • Ausführung: Ziehen Sie Ihre Schultern langsam nach oben zu den Ohren, rollen Sie sie dann nach hinten und unten. Führen Sie kreisende Bewegungen aus, zuerst 5–10 Mal vorwärts, dann 5–10 Mal rückwärts.
  • Fokus: Achten Sie auf eine fließende Bewegung und versuchen Sie, jegliche Anspannung loszulassen.

3. Kopfnicken und Kopfschütteln

  • Ausgangsposition: Sitzen Sie aufrecht, der Blick geradeaus.
  • Ausführung (Nicken): Neigen Sie das Kinn langsam zur Brust, ohne den Rücken zu krümmen. Kehren Sie dann langsam zur Ausgangsposition zurück. Führen Sie diese Bewegung 5–8 Mal aus.
  • Ausführung (Schütteln): Drehen Sie den Kopf langsam zur rechten Schulter, bis Sie eine leichte Dehnung spüren. Kehren Sie zur Mitte zurück und drehen Sie ihn dann zur linken Schulter. Führen Sie dies 5–8 Mal pro Seite aus.

4. Kinn-Einziehen (Retraktion)

  • Ausgangsposition: Sitzen oder stehen Sie aufrecht, der Kopf in neutraler Position.
  • Ausführung: Ziehen Sie das Kinn leicht nach hinten, als ob Sie ein Doppelkinn machen wollten. Stellen Sie sich vor, Ihr Kopf gleitet dabei an einer Wand nach oben. Halten Sie die Position für 5 Sekunden und entspannen Sie. Dies hilft, die tiefen Nackenbeuger zu stärken.
  • Wiederholungen: 5–10 Mal.

5. Brustöffnung

  • Ausgangsposition: Sitzen Sie am Schreibtisch oder auf einem Stuhl, die Hände können Sie hinter dem Kopf verschränken oder den Rücken der Hände an den unteren Rücken legen.
  • Ausführung: Atmen Sie tief ein und öffnen Sie dabei sanft die Brust, indem Sie die Ellenbogen oder die Schultern nach hinten ziehen. Schauen Sie dabei leicht nach oben, aber nur so weit, wie es angenehm ist. Halten Sie die Dehnung für 10–15 Sekunden und atmen Sie dabei ruhig weiter. Dies kann die Brustwirbelsäule mobilisieren und den Nacken entlasten.
  • Wiederholungen: 3–5 Mal.

6. Hand-Kopf-Druck (isometrisch)

  • Ausgangsposition: Sitzen Sie aufrecht. Legen Sie Ihre rechte Hand an Ihre rechte Schläfe.
  • Ausführung: Drücken Sie Ihren Kopf sanft gegen Ihre Hand, ohne dass der Kopf sich bewegt. Halten Sie die Spannung für 5–7 Sekunden und entspannen Sie. Wiederholen Sie dies 3 Mal auf jeder Seite (rechts, links, Stirn, Hinterkopf).
  • Fokus: Diese Übung kann die Nackenmuskulatur stärken, ohne die Gelenke zu belasten.

Fazit

Nackenschmerzen am Bildschirmarbeitsplatz sind eine häufige Erscheinung, die durch eine Kombination aus ungünstiger Haltung, mangelnder Bewegung und Stress entstehen kann. Durch eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes und das regelmäßige Ausführen von gezielten Übungen können viele Betroffene Linderung erfahren und den Beschwerden vorbeugen. Hören Sie auf Ihren Körper und suchen Sie bei anhaltenden, starken oder beunruhigenden Symptomen stets ärztlichen Rat, um die Ursache abklären zu lassen und eine passende Behandlung zu erhalten. Ihre Gesundheit steht an erster Stelle.

Häufige Fragen

Was ist die beste Monitorhöhe bei Nackenschmerzen?

Die Oberkante des Monitors sollte etwa auf Augenhöhe liegen, damit Sie den Bildschirm entspannt betrachten können, ohne den Kopf nach oben oder unten neigen zu müssen. Der Abstand zum Bildschirm sollte ca. 50–70 cm betragen.

Wie oft sollte ich Pausen am Bildschirmarbeitsplatz machen?

Es wird empfohlen, mindestens einmal pro Stunde eine kurze Pause von 5–10 Minuten einzulegen, um aufzustehen, sich zu bewegen und die Haltung zu ändern. Kürzere, aktive Mikropausen von 1–2 Minuten können auch alle 20–30 Minuten hilfreich sein.

Können Nackenschmerzen auch psychisch bedingt sein?

Ja, psychischer Stress und Anspannung können sich oft in Form von Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich äußern. Es kann hilfreich sein, Strategien zur Stressbewältigung in den Alltag zu integrieren, um diese Auswirkungen zu minimieren.

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