5 Übungen bei Schulterschmerzen bei Überkopfarbeit
Schulterschmerzen können die Arbeit über Kopf erschweren. Dieser Ratgeber bietet 5 unterstützende Übungen, um die Schultermobilität zu verbessern.
Hinweis: Die gezeigten Übungen sind informierende, unterstützende Übungen und ersetzen keine ärztliche oder physiotherapeutische Beratung. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Fachperson.
Schulterschmerzen bei Überkopfarbeit verstehen
Das Heben der Arme über den Kopf ist eine Bewegung, die in vielen Berufen und im Alltag regelmäßig vorkommt, sei es beim Streichen einer Decke, beim Einräumen von Regalen oder beim Ausüben bestimmter Sportarten. Wenn diese Bewegungen jedoch Schmerzen in der Schulter verursachen, kann dies den Alltag erheblich einschränken und zu einer echten Herausforderung werden. Die Schulter ist ein komplexes Gelenk, das aus Knochen, Muskeln, Sehnen und Bändern besteht und eine hohe Beweglichkeit ermöglicht. Diese Komplexität macht sie jedoch auch anfällig für verschiedene Beschwerden, besonders wenn sie wiederholt oder über längere Zeit hinweg stark beansprucht wird.
Beschwerden im Schulterbereich können sich auf unterschiedliche Weise äußern. Manchmal spürt man einen dumpfen Schmerz, der sich bei bestimmten Bewegungen verstärkt. In anderen Fällen kann es zu einem stechenden Gefühl kommen, besonders beim Anheben des Armes oder beim Erreichen von Gegenständen über Kopfhöhe. Auch eine eingeschränkte Beweglichkeit, ein Knirschen oder Reiben im Gelenk sowie eine Schwäche beim Heben des Armes können Hinweise auf eine Überlastung oder Irritation der Schulterstrukturen sein.
Mögliche Ursachen für Schulterschmerzen bei Überkopfarbeit
Schulterschmerzen bei Überkopfarbeit sind oft multifaktoriell bedingt. Eine der häufigsten Ursachen ist die Überlastung der Rotatorenmanschette. Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von vier Muskeln und ihren Sehnen, die das Schultergelenk stabilisieren und für die Bewegung des Armes, insbesondere auch für Hebebewegungen, verantwortlich sind. Wiederholte Belastungen über Kopf können zu Reizungen, Entzündungen oder sogar kleinen Rissen in diesen Sehnen führen, was dann als Tendinopathie oder Impingement-Syndrom bekannt ist.
Das Impingement-Syndrom, auch Engpass-Syndrom genannt, tritt auf, wenn Sehnen oder Schleimbeutel im Schultergelenk bei bestimmten Armbewegungen eingeklemmt werden. Dies geschieht häufig, wenn der Raum unter dem Schulterdach (Akromion) verengt ist, etwa durch knöcherne Anbauten oder eine Entzündung des Schleimbeutels (Bursitis). Bei Überkopfarbeit wird dieser Raum naturgemäß stärker beansprucht und kann bei bereits bestehenden Engpässen zu Schmerzen führen.
Auch die Haltung spielt eine entscheidende Rolle. Eine vorgelagerte Schulter (Protaktion) oder ein runder Rücken können die Biomechanik des Schultergelenks negativ beeinflussen und die Belastung auf bestimmte Strukturen erhöhen. Muskelungleichgewichte, beispielsweise eine Schwäche der schulterblattstabilisierenden Muskulatur oder der Rotatorenmanschette, können ebenfalls dazu beitragen, dass die Schulter bei Überkopfbewegungen nicht optimal geführt wird und es zu Reibung oder Einklemmungen kommt.
Seltenere, aber wichtige Ursachen können Arthrose des Schultergelenks, Kalkschulter (Tendinosis calcarea) oder Nervenkompressionen sein. Es ist wichtig zu betonen, dass eine genaue Diagnose nur von einer medizinischen Fachkraft gestellt werden kann.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
Auch wenn unterstützende Übungen eine wertvolle Rolle bei der Verbesserung der Schultergesundheit spielen können, gibt es Situationen, in denen der Besuch einer Ärztin oder eines Arztes unerlässlich ist. Bitte suchen Sie umgehend ärztlichen Rat, wenn Sie eines oder mehrere der folgenden Symptome bemerken:
- Plötzlich auftretende, starke Schmerzen nach einem Unfall oder einer Verletzung.
- Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen im Arm oder in der Hand.
- Deutlicher Kraftverlust beim Heben des Armes oder von Gegenständen.
- Anhaltende Schmerzen, die sich über Tage oder Wochen nicht bessern oder sogar schlimmer werden.
- Fieber, Schwellungen oder Rötungen im Schulterbereich, die auf eine Entzündung oder Infektion hindeuten könnten.
- Probleme beim Wasserlassen oder andere ungewöhnliche Symptome, die auf Nervenprobleme hindeuten könnten.
- Schmerzen ohne erkennbaren Anlass oder ein plötzlicher, unerklärlicher Gewichtsverlust.
Diese Symptome können auf ernstere Zustände hinweisen, die einer genauen medizinischen Abklärung bedürfen. Eine frühzeitige Diagnose ist oft entscheidend für den weiteren Verlauf.
Unterstützende Übungen für die Schulter bei Überkopfarbeit
Die folgenden Übungen können dazu beitragen, die Beweglichkeit der Schulter zu verbessern, die umliegende Muskulatur zu kräftigen und muskuläre Dysbalancen auszugleichen. Führen Sie die Übungen achtsam und ohne Schmerz aus. Bei Schmerzen reduzieren Sie die Intensität oder setzen Sie die Übung aus.
1. Schulterkreisen
Diese Übung mobilisiert sanft das Schultergelenk und wärmt die Muskulatur auf.
- Ausführung: Stellen Sie sich aufrecht hin, die Füße schulterbreit auseinander. Lassen Sie die Arme locker an den Seiten hängen. Beginnen Sie, die Schultern langsam und kontrolliert in großen Kreisen nach vorne oben, dann nach hinten unten zu bewegen. Führen Sie die Bewegung fließend aus und konzentrieren Sie sich auf eine vollständige Rotation. Wechseln Sie nach einigen Wiederholungen die Richtung und kreisen Sie die Schultern nach hinten oben, dann nach vorne unten.
- Wiederholungen: 10–15 Kreise pro Richtung.
2. Pendelübungen nach Codman
Eine sehr sanfte Übung zur Entspannung und Mobilisierung des Schultergelenks, oft auch in der Physiotherapie eingesetzt.
- Ausführung: Stellen Sie sich leicht vorgebeugt hin, stützen Sie den nicht betroffenen Arm auf einem Tisch oder Stuhl ab. Der betroffene Arm hängt locker nach unten. Beginnen Sie, den Oberkörper leicht zu schwingen, sodass der Arm wie ein Pendel kleine Kreise zieht. Variieren Sie die Größe der Kreise und die Richtung (im und gegen den Uhrzeigersinn). Achten Sie darauf, dass der Arm völlig entspannt ist und die Bewegung aus dem Oberkörper kommt, nicht aus der Schulter selbst.
- Wiederholungen: 1–2 Minuten pro Arm, mehrmals täglich möglich.
3. Wand-Slides (Wall-Slides)
Diese Übung hilft, die Beweglichkeit des Schulterblatts und der Rotatorenmanschette zu verbessern und die Kontrolle über die Schulterblätter zu stärken.
- Ausführung: Stellen Sie sich mit dem Rücken zur Wand, sodass Ihr Kopf, Schulterblätter und das Gesäß die Wand berühren. Die Arme sind seitlich angehoben, die Ellenbogen etwa auf Schulterhöhe und im 90-Grad-Winkel gebeugt, sodass die Handflächen und Unterarme ebenfalls Kontakt zur Wand haben (wie ein „W“). Schieben Sie nun langsam die Unterarme und Hände entlang der Wand nach oben, bis die Arme so weit wie möglich gestreckt sind, ohne den Kontakt zur Wand zu verlieren oder Schmerzen zu verursachen. Achten Sie darauf, dass die Schulterblätter unten bleiben und nicht zu den Ohren hochgezogen werden. Kehren Sie kontrolliert in die Ausgangsposition zurück.
- Wiederholungen: 8–12 Wiederholungen.
4. Außenrotation mit Widerstandsband
Diese Übung stärkt die externe Rotatorenmanschette, die für die Stabilisierung der Schulter und die Abduktion des Armes wichtig ist.
- Ausführung: Befestigen Sie ein leichtes Widerstandsband an einem stabilen Gegenstand auf Ellbogenhöhe. Stellen Sie sich seitlich dazu, sodass der zu trainierende Arm dem Befestigungspunkt zugewandt ist. Halten Sie das Bandende fest, der Ellbogen des Trainingsarms ist am Körper angelegt und im 90-Grad-Winkel gebeugt. Der Unterarm zeigt nach vorne. Ziehen Sie nun den Unterarm langsam nach außen, weg vom Körper, während der Ellbogen am Körper fixiert bleibt. Kehren Sie kontrolliert in die Ausgangsposition zurück. Halten Sie die Spannung im Band während der gesamten Bewegung aufrecht.
- Wiederholungen: 10–15 Wiederholungen pro Arm.
5. Thoracic Extension auf der Rolle
Diese Übung verbessert die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule, was indirekt die Schulterfunktion positiv beeinflusst, da eine steife Brustwirbelsäule oft zu einer vermehrten Belastung der Schultern führt.
- Ausführung: Legen Sie sich mit dem Rücken auf eine Faszienrolle, die quer unter Ihrer Brustwirbelsäule liegt (etwa auf Höhe der Schulterblätter). Verschränken Sie die Hände hinter dem Kopf, um den Nacken zu stützen, und halten Sie die Ellenbogen offen. Atmen Sie tief ein und lassen Sie sich beim Ausatmen vorsichtig über die Rolle nach hinten sinken, sodass sich Ihre Brustwirbelsäule sanft streckt. Sie können auch kleine Rollbewegungen über die Rolle ausführen. Vermeiden Sie Hohlkreuz im unteren Rücken. Bewegen Sie die Rolle dann ein Stück nach oben oder unten und wiederholen Sie die Streckung.
- Wiederholungen: 5–10 sanfte Streckungen an verschiedenen Punkten der Brustwirbelsäule.
Hinweise zur Durchführung und Prävention
Beachten Sie stets, dass Übungen unterstützend wirken können. Hören Sie auf Ihren Körper und vermeiden Sie jede Bewegung, die Schmerz verursacht. Die Regelmäßigkeit der Übungen ist entscheidend für langfristige Verbesserungen. Eine korrekte Ausführung ist wichtiger als die Anzahl der Wiederholungen.
Zur Prävention von Schulterschmerzen bei Überkopfarbeit empfiehlt es sich, ergonomische Arbeitsweisen zu etablieren. Dies beinhaltet das Vermeiden unnötiger Überkopfbewegungen, wenn möglich, oder die Verwendung von Hilfsmitteln wie Rollgerüsten oder Verlängerungen. Planen Sie regelmäßige Pausen ein, um die Schultern zu entlasten, und wechseln Sie die Arbeitsposition häufiger. Achten Sie auf eine gute Körperhaltung im Alltag und stärken Sie die gesamte Rumpfmuskulatur, da eine stabile Körpermitte die Grundlage für eine gesunde Schulter ist.
Denken Sie daran: Bei anhaltenden, starken oder neu auftretenden Symptomen ist es immer ratsam, ärztlichen Rat einzuholen, um die genaue Ursache abzuklären und eine geeignete Therapie zu besprechen. Dieser Artikel dient lediglich der Information und ersetzt keine medizinische Beratung oder Behandlung.
Passende Übungen bei Schulter

Schulterkreisen

Pendeln im Stand

Außenrotation am Körper

Brustöffner in Bauchlage mit zwei Kissen

Brustdehnung im Türrahmen
