Hüfte27. September 2026

8 Übungen bei Hüftschmerzen durch Seitschlafen

Leiden Sie unter Hüftschmerzen, besonders wenn Sie auf der Seite liegen? Dieser Ratgeber beleuchtet mögliche Ursachen und stellt unterstützende Übungen vor.

Hinweis: Die gezeigten Übungen sind informierende, unterstützende Übungen und ersetzen keine ärztliche oder physiotherapeutische Beratung. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Fachperson.

Hüftschmerzen beim Seitschlafen: Ein häufiges Anliegen

Das Seitschlafen ist eine der beliebtesten Schlafpositionen. Viele Menschen empfinden sie als besonders bequem. Doch für einige kann genau diese Position zur Ursache von unangenehmen Hüftschmerzen werden. Wenn Sie nachts immer wieder von ziehenden, stechenden oder drückenden Schmerzen in der Hüftregion geweckt werden, besonders auf der Seite liegend, sind Sie damit nicht allein. Solche Beschwerden können die Schlafqualität erheblich mindern und den Alltag beeinträchtigen.

Es ist wichtig, sich vor Augen zu führen, dass unser Körper auf eine komplexe Weise funktioniert. Hüftschmerzen sind oft ein Signal, dass etwas im Bewegungsapparat aus dem Gleichgewicht geraten ist. Das können zum Beispiel Verspannungen in der umgebenden Muskulatur sein, eine ungünstige Lagerung im Schlaf oder auch Veränderungen in den Gelenkstrukturen. Bevor Sie jedoch selbst aktiv werden, ist es entscheidend, die möglichen Ursachen zu verstehen und gegebenenfalls ärztlichen Rat einzuholen.

Warum gerade beim Seitschlafen?

Beim Seitschlafen lastet das gesamte Gewicht des Oberkörpers auf einer Hüftseite. Dies kann zu verschiedenen Problemen führen:

  • Druckbelastung auf das Gelenk: Über Stunden hinweg kann der direkte Druck auf den großen Rollhügel (Trochanter major), eine Knochenvorwölbung an der Außenseite des Oberschenkelknochens, Beschwerden verursachen. Darunter liegende Schleimbeutel können gereizt werden.
  • Muskuläre Ungleichgewichte: Bestimmte Muskeln, wie die Gesäßmuskulatur oder der Tractus iliotibialis (ein Faszienstrang an der Oberschenkelaußenseite), können überlastet oder verkürzt sein. Beim Seitschlafen kann die Position diese Ungleichgewichte verstärken und zu Schmerzen führen.
  • Fehlhaltung im Schlaf: Eine ungünstige Kissen- und Matratzenwahl kann dazu führen, dass die Wirbelsäule nicht neutral gelagert wird. Dies kann sich auf die Hüfte auswirken und Spannungen verursachen.
  • Latente Probleme: Bestehende Probleme wie Arthrose, Schleimbeutelentzündungen (Bursitis trochanterica) oder Muskelverspannungen können sich beim Seitschlafen verstärkt bemerkbar machen.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

Bitte beachten Sie: Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen und ersetzt keinen Arztbesuch. Es ist von großer Bedeutung, ärztlichen Rat einzuholen, wenn Sie anhaltende, starke oder neu auftretende Hüftschmerzen haben. Dies gilt insbesondere, wenn die Schmerzen:

  • mit Taubheitsgefühlen, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen einhergehen.
  • mit Fieber, Schüttelfrost oder unerklärlichem Gewichtsverlust verbunden sind.
  • nach einem Unfall oder Sturz auftreten.
  • Ihre Gehfähigkeit oder Stehfähigkeit stark einschränken.
  • Ihre Blasen- oder Darmfunktion beeinträchtigen.
  • länger als ein paar Tage anhalten oder sich verschlimmern.

Ein Arzt kann die genaue Ursache Ihrer Hüftschmerzen diagnostizieren und eine angemessene Behandlung empfehlen. Die hier vorgestellten Übungen sind als unterstützende Maßnahmen gedacht, um die Beweglichkeit zu fördern und die umgebende Muskulatur zu stärken, sollten aber nicht als Ersatz für eine medizinische Abklärung dienen.

Unterstützende Übungen für mehr Hüftbeweglichkeit

Die folgenden 8 Übungen zielen darauf ab, die Muskulatur rund um die Hüfte zu mobilisieren, zu dehnen und zu stärken. Führen Sie die Übungen achtsam und kontrolliert aus. Hören Sie auf Ihren Körper und beenden Sie eine Übung sofort, wenn Sie Schmerzen verspüren. Achten Sie auf eine ruhige Atmung während der Ausführung.

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie bei einer der Übungen Schmerzen verspüren, beenden Sie diese umgehend. Passen Sie die Intensität und den Bewegungsumfang an Ihr persönliches Empfinden an. Konsultieren Sie im Zweifel stets eine Fachperson.

1. Knie zur Brust ziehen (einzeln)

Legen Sie sich entspannt auf den Rücken. Stellen Sie beide Beine an. Ziehen Sie ein Knie langsam und sanft mit beiden Händen zur Brust heran, bis Sie eine leichte Dehnung in der Hüfte und im unteren Rücken spüren. Halten Sie die Position für etwa 20–30 Sekunden. Senken Sie das Bein langsam wieder ab und wiederholen Sie die Übung mit dem anderen Bein. Führen Sie je 2–3 Wiederholungen pro Seite aus. Diese Übung hilft, die Hüftbeuger und den unteren Rücken zu mobilisieren.

2. Hüftkreisen im Stand

Stellen Sie sich aufrecht hin, die Füße schulterbreit auseinander. Stützen Sie die Hände in die Hüften. Beginnen Sie, Ihre Hüften langsam und kontrolliert in großen Kreisen zu bewegen. Führen Sie 5–10 Kreise in eine Richtung aus und wechseln Sie dann die Richtung. Achten Sie darauf, den Oberkörper stabil zu halten und die Bewegung aus der Hüfte zu initiieren. Diese Übung fördert die Durchblutung und Mobilisierung des Hüftgelenks.

3. Schmetterlingsdehnung (Sitzend)

Setzen Sie sich auf den Boden und winkeln Sie die Knie an, sodass die Fußsohlen aneinanderliegen. Fassen Sie mit den Händen Ihre Füße und ziehen Sie diese sanft so nah wie möglich an den Körper heran. Lassen Sie die Knie seitlich zum Boden sinken. Sie sollten eine Dehnung an der Innenseite der Oberschenkel spüren. Halten Sie die Position für 30–60 Sekunden und versuchen Sie, mit jeder Ausatmung die Dehnung zu vertiefen. Diese Übung dehnt die Adduktoren und öffnet die Hüfte.

4. Piriformis-Dehnung (Liegend)

Legen Sie sich auf den Rücken und stellen Sie beide Beine an. Legen Sie den Knöchel eines Beins auf das Knie des anderen Beins. Fassen Sie mit beiden Händen den Oberschenkel des aufgestellten Beins und ziehen Sie dieses sanft zu sich heran. Sie sollten eine Dehnung im Gesäß des gekreuzten Beins spüren. Halten Sie die Dehnung für 30–45 Sekunden. Wechseln Sie die Seiten und führen Sie die Dehnung mit dem anderen Bein aus. Diese Übung zielt auf den Piriformis-Muskel ab, der oft bei Hüftbeschwerden beteiligt ist.

5. Seitlicher Beinheber (Liegend)

Legen Sie sich auf die Seite, die Beine sind gestreckt und übereinander. Stützen Sie den Kopf mit einer Hand ab, die andere Hand liegt vor dem Körper zur Stabilisierung. Heben Sie das obere Bein langsam und kontrolliert gerade nach oben, ohne den Oberkörper zu verdrehen. Halten Sie kurz inne und senken Sie das Bein wieder ab, ohne es komplett abzulegen. Führen Sie 10–15 Wiederholungen pro Seite aus. Diese Übung stärkt die Abduktoren der Hüfte, insbesondere den mittleren Gesäßmuskel.

6. Hüftbeuger-Dehnung im Ausfallschritt

Gehen Sie in einen Ausfallschritt nach vorne, sodass ein Knie im 90-Grad-Winkel über dem Fußgelenk ist und das andere Knie auf dem Boden aufliegt. Achten Sie darauf, dass der Rücken gerade bleibt und schieben Sie das Becken leicht nach vorne, bis Sie eine Dehnung an der Vorderseite der Hüfte des hinteren Beins spüren. Halten Sie die Position für 30–45 Sekunden. Wechseln Sie dann die Seite. Diese Übung dehnt die Hüftbeuger, die durch langes Sitzen oft verkürzt sind.

7. Glute Bridge (Liegend)

Legen Sie sich auf den Rücken, die Knie sind angewinkelt und die Füße stehen etwa hüftbreit auseinander flach auf dem Boden. Die Arme liegen entspannt neben dem Körper. Spannen Sie Ihre Gesäßmuskulatur an und heben Sie das Becken langsam vom Boden ab, bis Ihr Körper eine gerade Linie von den Knien bis zu den Schultern bildet. Halten Sie die Spannung für einen Moment und senken Sie das Becken dann langsam und kontrolliert wieder ab. Führen Sie 10–15 Wiederholungen aus. Diese Übung stärkt die Gesäßmuskulatur und stabilisiert die Hüfte.

8. Katzenbuckel und Pferderücken (Vierfüßlerstand)

Begeben Sie sich in den Vierfüßlerstand, Hände unter den Schultern, Knie unter den Hüften. Atmen Sie ein und machen Sie einen Katzenbuckel, indem Sie den Rücken nach oben wölben und den Kopf senken. Atmen Sie aus und machen Sie einen Pferderücken, indem Sie den Rücken durchhängen lassen und den Blick leicht heben. Führen Sie diese fließende Bewegung 5–10 Mal aus. Diese Übung mobilisiert die Wirbelsäule und kann indirekt auch Verspannungen in der Hüftregion lösen.

Prävention und weitere Überlegungen

Neben den unterstützenden Übungen gibt es weitere Aspekte, die Sie berücksichtigen können, um Hüftschmerzen beim Seitschlafen vorzubeugen:

  • Optimierung der Schlafposition: Legen Sie ein Kissen zwischen die Knie. Dies hilft, die Hüfte in einer neutraleren Position zu halten und verhindert ein Abkippen des oberen Beins. Ein spezielles Körperkissen kann ebenfalls hilfreich sein.
  • Matratze und Lattenrost: Eine zu weiche oder zu harte Matratze kann die Wirbelsäule und Hüfte ungünstig lagern. Achten Sie auf eine Matratze, die Ihren Körper ausreichend stützt und gleichzeitig nachgibt, um Druckpunkte zu vermeiden.
  • Regelmäßige Bewegung: Ein aktiver Lebensstil mit ausgewogener Bewegung stärkt die Muskulatur rund um die Hüfte und fördert die Beweglichkeit.
  • Pausen bei längerem Sitzen: Wenn Sie beruflich viel sitzen, stehen Sie regelmäßig auf und bewegen Sie sich kurz, um Verkürzungen der Hüftbeugemuskulatur entgegenzuwirken.

Denken Sie daran, dass Ihr Körper ein komplexes System ist. Hüftschmerzen beim Seitschlafen können viele Ursachen haben. Mit Achtsamkeit, den richtigen unterstützenden Maßnahmen und bei Bedarf professionellem Rat können Sie jedoch Wege finden, Ihre Beschwerden zu lindern und Ihre Schlafqualität zu verbessern. Bleiben Sie geduldig mit Ihrem Körper und geben Sie ihm die Zeit, die er für Anpassungen benötigt.

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