Nervengleiten: bewegen statt dehnen bei Ischias
Bei Nervenbeschwerden ist Dehnen oft der falsche Weg. Eine gleitende Bewegung erreicht mehr als jede gehaltene Position.
Hinweis: Die gezeigten Übungen sind informierende, unterstützende Übungen und ersetzen keine ärztliche oder physiotherapeutische Beratung. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Fachperson.
Warum Dehnen hier anders wirkt
Ein Nerv ist kein Muskel. Er lässt sich nicht dehnen wie ein Gummiband, sondern gleitet in einer Hülle durch das Gewebe. Verklebt diese Hülle oder ist der Nerv gereizt, verliert er diese Gleitfähigkeit.
Eine gehaltene Dehnung zieht dann an einer bereits gereizten Struktur. Genau deshalb verschlimmern klassische Dehnübungen Ischiasbeschwerden manchmal.
Die Bewegung
- Aufrecht auf einem Stuhl sitzen, beide Füße am Boden.
- Ein Bein nach vorne ausstrecken und gleichzeitig das Kinn zur Brust ziehen.
- Dann das Bein beugen und den Kopf wieder heben.
- Zehn ruhige Wechsel.
Das Prinzip dahinter
Streckt man das Bein, wird der Nerv am unteren Ende gespannt. Hebt man gleichzeitig den Kopf, wird er am oberen Ende entlastet. Der Nerv gleitet dadurch, ohne unter Zug zu geraten.
Deshalb ist die Gleichzeitigkeit entscheidend: Bein strecken und Kinn senken gehören zusammen, Bein beugen und Kopf heben ebenso.
Die Grenze
Es darf nicht stärker kribbeln als vor der Übung. Nimmt das Kribbeln oder die Ausstrahlung zu, ist die Bewegung zu groß. Machen Sie sie kleiner, nicht langsamer.
Wie oft
Zweimal täglich zehn Wechsel pro Seite. Diese Übung wirkt über Wiederholung, nicht über Intensität.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
- Das Bein wird schwach, Sie stolpern oder der Fuß hängt.
- Taubheit zwischen den Beinen oder Probleme beim Wasserlassen. Das ist ein Notfall.
- Die Beschwerden nehmen über Tage zu statt ab.
Dieser Text ist allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Abklärung.