Ischias05. August 2026

5 Übungen bei Ischias-Beschwerden – Schmerzlinderung zu Hause

Entdecken Sie sanfte Übungen, die bei Ischias-Schmerzen helfen können. Erfahren Sie, wann Hausmittel reichen und wann ein Arztbesuch ratsam ist.

Hinweis: Die gezeigten Übungen sind informierende, unterstützende Übungen und ersetzen keine ärztliche oder physiotherapeutische Beratung. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Fachperson.

Ischias-Beschwerden können sehr unangenehm sein und den Alltag stark beeinträchtigen. Oftmals äußern sie sich durch Schmerzen, die vom unteren Rücken über das Gesäß bis ins Bein ausstrahlen. In vielen Fällen können gezielte, sanfte Bewegungsübungen dazu beitragen, die Symptome zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Dieser Artikel gibt Ihnen einen Überblick über die Ursachen von Ischias und stellt Ihnen fünf Übungen vor, die Sie zu Hause ohne Geräte ausführen können.

Was ist Ischias und wie entsteht er?

Der Ischiasnerv, auch Nervus ischiadicus genannt, ist der längste und dickste Nerv des menschlichen Körpers. Er verläuft vom unteren Rücken durch das Gesäß und die Beine bis in die Füße. Wenn dieser Nerv gereizt oder eingeengt wird, spricht man von Ischias-Beschwerden oder einer Ischialgie. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein:

  • Bandscheibenvorfall: Dies ist eine der häufigsten Ursachen, bei der Material einer Bandscheibe auf den Ischiasnerv drückt.
  • Piriformis-Syndrom: Hierbei wird der Ischiasnerv durch den Piriformis-Muskel im Gesäßbereich eingeengt oder gereizt.
  • Wirbelsäulenstenose: Eine Verengung des Wirbelkanals kann Druck auf den Nerv ausüben.
  • Muskuläre Verspannungen: Feste oder verkürzte Muskeln im Bereich des unteren Rückens und Gesäßes können ebenfalls zu Irritationen führen.
  • Arthrose: Degenerative Veränderungen an den Wirbelgelenken können den Nerv beeinträchtigen.

Die Schmerzen bei Ischias werden oft als ziehend, stechend oder brennend beschrieben und können von Taubheitsgefühlen, Kribbeln oder einem Schwächegefühl im betroffenen Bein begleitet sein.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Auch wenn viele Ischias-Beschwerden mit konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie und Übungen verbessert werden können, gibt es Warnsignale, bei denen Sie unbedingt ärztlichen Rat einholen sollten:

  • Plötzlich auftretende, sehr starke Schmerzen
  • Zunehmende Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen im Bein oder Fuß
  • Kraftverlust im Bein oder Fuß
  • Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang (sogenannte „Blasen- oder Mastdarmstörung“)
  • Schmerzen, die durch einen Unfall oder Sturz ausgelöst wurden
  • Wenn die Schmerzen trotz Selbsthilfe und Schonung über mehrere Tage anhalten oder sich verschlimmern

Diese Symptome können auf ernstere Ursachen hinweisen, die einer schnellen medizinischen Abklärung bedürfen, um mögliche Spätfolgen zu vermeiden. Ein Arzt oder Physiotherapeut kann die genaue Ursache diagnostizieren und eine geeignete Therapie einleiten.

Selbsthilfe bei Ischias-Beschwerden

Bei leichten bis moderaten Ischias-Schmerzen, die nicht mit den oben genannten Warnzeichen einhergehen, können verschiedene Maßnahmen zur Linderung beitragen:

  • Wärme: Eine Wärmflasche oder ein warmes Bad kann helfen, die Muskulatur zu entspannen.
  • Leichte Bewegung: Auch wenn Schmerzen bestehen, ist eine komplette Bettruhe meist nicht empfehlenswert. Leichte Bewegung kann die Durchblutung fördern und die Heilung unterstützen.
  • Schonende Haltung: Versuchen Sie, Positionen zu vermeiden, die den Schmerz verstärken. Oft hilft es, die Beine hochzulagern.

Die folgenden Übungen sind als Ergänzung zu verstehen und sollen dabei helfen, die Beweglichkeit im unteren Rücken und im Gesäßbereich zu verbessern und die Muskulatur zu entspannen. Führen Sie alle Übungen langsam und kontrolliert aus und stoppen Sie sofort, wenn Sie Schmerzen verspüren.

5 Übungen bei Ischias-Beschwerden

Diese Übungen zielen darauf ab, den Bereich um den Ischiasnerv zu dehnen und zu lockern. Es ist wichtig, sie regelmäßig und sanft durchzuführen.

1. Knie-zur-Brust-Dehnung

Diese Übung hilft, den unteren Rücken zu entlasten und die Hüftbeuger zu dehnen.

  • Legen Sie sich flach auf den Rücken, die Beine sind ausgestreckt.
  • Ziehen Sie ein Knie langsam zur Brust, greifen Sie es mit beiden Händen und halten Sie es sanft fest.
  • Halten Sie die Position für etwa 20-30 Sekunden und atmen Sie dabei ruhig und tief ein und aus.
  • Führen Sie die Übung 2-3 Mal pro Seite aus.

2. Piriformis-Dehnung im Liegen

Diese Dehnung kann helfen, den Piriformis-Muskel zu entspannen, der den Ischiasnerv irritieren kann.

  • Legen Sie sich auf den Rücken und stellen Sie beide Füße hüftbreit auf, die Knie sind angewinkelt.
  • Legen Sie den Knöchel des schmerzenden Beins auf das Knie des anderen Beins (ähnlich einer 4).
  • Fassen Sie mit beiden Händen hinter den Oberschenkel des aufgestellten Beins und ziehen Sie es sanft zur Brust. Sie sollten eine Dehnung im Gesäß des anderen Beins spüren.
  • Halten Sie die Dehnung für 20-30 Sekunden. Wiederholen Sie 2-3 Mal pro Seite.

3. Katze-Kuh-Bewegung

Diese fließende Bewegung mobilisiert die Wirbelsäule und kann Verspannungen im Rücken lösen.

  • Gehen Sie in den Vierfüßlerstand: Hände unter den Schultern, Knie unter den Hüften.
  • Katze: Atmen Sie aus, machen Sie den Rücken rund und ziehen Sie das Kinn zur Brust (Blick zum Bauchnabel).
  • Kuh: Atmen Sie ein, lassen Sie den Bauch nach unten sinken, heben Sie den Kopf und das Steißbein leicht an (Blick nach vorne).
  • Wiederholen Sie diese Bewegung 8-10 Mal langsam und synchron mit Ihrer Atmung.

4. Rückenstreckung im Sitzen

Diese Übung kann helfen, den unteren Rücken zu dehnen und die Flexibilität zu erhöhen.

  • Setzen Sie sich auf den Boden, die Beine sind nach vorne ausgestreckt.
  • Beugen Sie sich langsam mit geradem Rücken aus der Hüfte nach vorne, so weit es angenehm ist. Versuchen Sie, Ihre Füße oder Schienbeine zu erreichen.
  • Spüren Sie die Dehnung in der Rückseite der Oberschenkel und im unteren Rücken.
  • Halten Sie die Position für 20-30 Sekunden. Wiederholen Sie 2-3 Mal.

5. Taubenhaltung (modifiziert)

Eine sanfte Variante der Taubenhaltung kann die Hüften öffnen und den Gesäßbereich dehnen.

  • Beginnen Sie im Vierfüßlerstand.
  • Bringen Sie Ihr rechtes Knie nach vorne zwischen Ihre Hände, während Sie den rechten Fuß unter Ihre linke Hüfte schieben.
  • Strecken Sie das linke Bein nach hinten aus, die Hüften bleiben dabei möglichst parallel zum Boden.
  • Stützen Sie sich auf den Händen ab oder legen Sie den Oberkörper sanft nach vorne ab, wenn es angenehm ist. Spüren Sie die Dehnung im rechten Gesäß.
  • Halten Sie die Position für 20-30 Sekunden. Wechseln Sie die Seite und wiederholen Sie 2-3 Mal pro Seite.

Denken Sie daran, dass die Durchführung dieser Übungen keine Garantie für sofortige Schmerzlinderung ist und sie keinesfalls einen Arztbesuch bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden ersetzen. Hören Sie immer auf Ihren Körper und zwingen Sie sich nicht in schmerzhafte Positionen. Eine regelmäßige und achtsame Praxis kann jedoch dazu beitragen, Ihre Beweglichkeit zu verbessern und den Ischiasnerv zu entlasten. Bei Unsicherheiten oder starken Schmerzen ist es ratsam, vor Beginn eines Übungsprogramms ärztlichen oder physiotherapeutischen Rat einzuholen.

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